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ISDN-Videokonferenz: abgehend keine korrekte Funktion
Beispielkonfiguration: Videokonferenzsystem mit ISDN und 12 B-Kanälen, die
statt aus NTBA's(öffentliches Netz) aus einer Telefonanlage geschaltet
werden.
Fehlerbild: Kommender Aufbau aller ISDN-Leitungen ist problemlos möglich,
abgehend werden Protokollfehler angezeigt (Anzeige bei Anwahlversuch
"Protocol error/ ISDN-Fehler"), teilweise werden Leitungen nicht aufgebaut
usw.
Vermuteter Fehler: Die Leitungen von der TK-Anlage zu dem ISDN-Modul sind zu
lang.
Abhilfe: Können die Leitungen nicht verkürzt werden, um die ISDN-Norm
korrekt einzuhalten, muß eine andere Abhilfe geschaffen werden.
Deshalb hier eine pragmatische Lösung:
Viele Telefonanlagen sind multilingual, d. h., es können Endgeräte mit
verschiedenen ISDN-Protokollen eingesetzt werden. Die TK-Anlage erkennt
diese Protokolle automatisch, oder die Protokolle werden programmiert in der
TK-Anlage.
Da das europäische ISDN-Protokoll E-DSS1 sehr leistungsstark ist, in
Kombination mit hohen Datenraten bei zu langen Kabeln allerdings
störanfälliger als andere (ältere) Protokolle ist, nutzt man einfach ein
anderes Protokoll, welches im Videokonferenzsystem eingestellt wird.
Das Protokoll 5ESS(P-P) läuft an vielen TK-Anlagen.
Im Videokonferenzsystem wird im Setup unter "ISDN-Protokolle" als Protokoll
5ESS eingestellt.
Der D-Kanal wird nun aus dem jeweiligen B-Kanal in Form von 8kBit
herausgetrennt, so daß als Bandbreite noch 56 kBit pro B-Kanal bleiben. Ist
unempfindlich, funktioniert gut, sollte aber eine gründliche Fehleranalyse
vor Ort nicht ersetzen.
Begriffserklärung.
- Protokoll: Regeln für eine gemeinsame Verständigungsmöglichkeit.
- E-DSS1: ISDN-Protokoll in Europa (außer Frankreich).
- 5ESS(P-P): ISDN-Protokoll von AT&T in USA.
- TK-Anlage: Telefonanlage, hier mit Schnittstellen für ISDN.
- NTBA: Leitungsabschluß des ISDN-Netzes, meist kleiner weißer oder grauer
Kasten. Der NTBA sollte einen Anschluß für die Spannungsversorgung haben.
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